Der Mindestlohn kommt

Steigende Lohnkosten mit Midi-Jobbern und Aushilfen abmildern

 

Ab dem 1. Januar 2015 haben auch alle in der Gastronomie und Hotellerie beschäftigten Arbeitnehmer Anspruch auf den Mindestlohn in Höhe von 8.50 EUR je Arbeitsstunde. Das Mindestentgelt gilt grundsätzlich unabhängig von der Qualifikation des Arbeitnehmers. Ein fehlender Berufsabschluss, ungenügende Sprachkenntnisse oder gar die Herkunft des Arbeitnehmers aus einem anderen Land rechtfertigen keine Ausnahme. Auch Aushilfen, Mini-Jobbern, Praktikanten, Studenten, Rentnern, nahen Angehörigen sowie Ehe- und

Lebenspartnern muss der Mindestlohn gezahlt werden. Es gibt nur wenige Ausnahmen, z. B. Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Auszubildende. Auch Arbeitslose, die mindestens ein Jahr erwerbslos waren und wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden sollen, können in den ersten sechs Monaten ihrer Wiederbeschäftigung in der Regel keinen Mindestlohn beanspruchen. Praktikanten muss dagegen grundsätzlich der Mindestlohn gezahlt werden. Eine Ausnahme gilt hier nur, wenn Pflichtpraktika, z. B. im Rahmen eines Ausbildung oder eines Studiums oder Schnupperpraktika in Vorbereitung einer Ausbildung von bis zu drei Monaten absolviert werden. Wer den Mindestlohn nicht zahlt, muss nicht nur Löhne, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen, sondern auch mit einer Geldbuße von bis zu 500.000 EUR rechnen.

Lohnkosten sparen mit Midi-Jobbern und Aushilfen

Durch den Mindestlohn werden die Lohnkosten kräftig ansteigen, denn gerade in der Gastronomie und Hotellerie sind Löhne unterhalb des zukünftigen Mindestlohns bisher keine Seltenheit. Damit der Gewinn nicht sinkt, muss gegengesteuert werden. Unternehmer suchen daher nach legalen Gestaltungen, die erhöhten Kosten abzufedern. Mini-Job-Beschäftigungsverhältnisse sind auch im Hotel- und Gaststättengewerbe sehr beliebt. Doch gerade sie kosten den Arbeitgeber oft mehr als ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Denn bei Mini-Jobbern trägt der Arbeitgeber in der Regel die pauschalen Abgaben zur Renten- und Krankenversicherung, die pauschale Lohnsteuer sowie die Umlagen zur Sozialversicherung und die Beiträge zur Unfallversicherung ganz allein (insgesamt über 32 %). Darüber hinaus muss ab Januar 2015 auch Mini-Jobbern der Mindestlohn gezahlt werden. Gastronomen und Hoteliers sollten daher prüfen, ob sie bestehende Mini-Jobs in Midi-Jobs mit einem Verdienst bis maximal 850 EUR (sogenannte Gleitzone) überführen. In der Gleitzone zahlt der Arbeitnehmer seine Lohnsteuer und wird an den Sozialversicherungsbeiträgen finanziell (mit-)belastet, ohne den vollen Arbeitnehmeranteil zu tragen. Der Arbeitgeber senkt damit seine Lohnnebenkosten auf ca. 22 % und kann Lohnerhöhungen auf den Mindestlohn abfedern. Auch arbeitsrechtlich gibt es kaum Unterschiede zwischen Mini- und Midi-Jobs: Die Beschäftigten haben Anspruch auf Mindestlohn, bezahlten Erholungsurlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Auch mit Aushilfskräften lassen sich saisonale Personalengpässe beheben und Sozialabgaben sparen. Eine sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung liegt ab dem 1. Januar 2015 vor, wenn die Tätigkeit auf längstens drei Monate (bisher zwei Monate) oder 70 Arbeitstage (bisher 50) innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt ist und sie nicht berufsmäßig ausgeübt wird oder das Entgelt nicht 450 EUR im Monat übersteigt. Diese Sonderregelung gilt befristet bis zum 31. Dezember 2018.

Verschärfte Aufzeichnungspflichten erhöhen Bürokratie

Mit dem Mindestlohn kommen auf Gastronomen und Hoteliers zusätzliche Nachweis- und Aufzeichnungspflichten zu. Sie müssen für alle Arbeitnehmer, auch für alle Mini-Jobber und Aushilfen, den Beginn, das Ende und die Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre aufbewahren. Verstöße gegen die Aufzeichnungspflichten werden mit einer Geldbuße von bis zu 30.000 EUR geahndet.

Tipp: Die bisherigen Arbeitszeitnachweise werden den neuen Anforderungen nicht mehr genügen. Wir unterstützen Sie gern und stellen Ihnen Formulare zur Verfügung, mit denen Sie die neuen Aufzeichnungspflichten sicher erfüllen können.

Zu den Autoren:
Steuerberater Alfons Ambros
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(Stand: 23.10.2014)

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